Haditha - keine Bundeswehreinsätze im Inland
Während ich noch über die Wirtschaftszahlen von vorgestern grüble: 0,4% Wachstum, bei gleichzeitiger Abnahme der Beschäftigungsverhältnisse (Warnzeichen erster Güte) …
… fällt mir die äusserst zurückhaltende Berichterstattung der US-amerikanischen Onlinemedien zum Fall Haditha auf.
Haditha ist ein Beispiel für das Verhalten von Menschen mit Waffen. Dort haben junge US-Soldaten mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ein Massaker an der Zivilbevölkerung angerichtet.
Unter den Opfern waren Unschuldige, Alte, Frauen und Kinder. Nach einem Bombenanschlag auf ihren Konvoi sind diese Soldaten durch das Dorf gezogen und haben gemordet.
Den Familien der Opfer wurden Entschädigungen von 2500 US-Dollar pro Opfer angeboten, menschenverachtend.
Selbstverständlich werden wir den Begriff ‘Haditha’ in den mittlerweile vielen pro-amerikanischen politisch-inkorrekten blogs nicht finden.
Alles, was nicht genehm ist, wird ausgeblendet. Der Irak fliegt den Amis um die Ohren, in Afghanistan geht es auch wieder los …
… bewaffnete uniformierte Menschen werden nunmal als Bedrohung wahrgenommen. Selbst der konservativste Banker haut ab, wenn das Militär Präsenz zeigt.
Grundsätzlich, denke ich, ist jeder Mensch mit einer Waffe, eine Bedrohung. Der Polizei spreche ich noch eine defensive Haltung mit einer Schutzwirkung zu.
Soldaten nicht, Soldaten sind ‘potentielle Mörder’, offensiv. Geschult, ihr Ziel treffen.
Wer jetzt aus Sicherheitsgründen oder aus ‘Rohstoffsicherung’ (Weissbuch Verteidigungsminister Jung), die Bundeswehr bemühen möchte, hat dabei vor allem zwei Dinge im Kopf.
Erstens den Einsatz gegen Menschen, die von anderen Menschen als Terroristen bezeichnet werden. Im Fall eines Falles sind das eigene Landsleute, die gegen Steuererhöhungen protestieren.
Zweitens der Angriffskrieg auf Staaten, die über Rohstoffe verfügen, diese aber so verwenden, wie sie es für richtig halten. Interessant war der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärungen von Herrn Jung. Er fiel in eine Periode, wo in Lateinamerika die Verstaatlichung von Ressourcen diskutiert wird. Diese Diskussion wird früher oder später wohl auch in Saudi-Arabien geführt. Je nachdem wie lange sich das Regime noch halten kann.
Schiessen dann deutsche Soldaten auf Islamisten, die zum Beispiel die Zufahrtswege zu Raffinerien besetzen.
Nein, so war das nicht gemeint, so meinte jedenfalls Herr Jung. Nachschubwege von Terroristen abschneiden, z.B. am Horn von Afrika und Ähnliches, das ist die Welt des Herrn Jung.
Die Frage ist: Wer sind die Terroristen?
genotoxic

Le MAquIS Said,
31. May, 2006 @ 11:24
Gute Gedanken genotoxic!
Terrorismus ist gemäß wikipedia:
Unter Terrorismus (von lateinisch terror: „Furcht, Schrecken“) sind Gewalt bzw. Gewaltaktionen (wie z.B.: Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, die das Ziel verfolgen, entweder einen politischen Wandel herbeizuführen oder die Bevölkerung zu unterdrücken. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen (Definition nach Waldmann). Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Terroristen greifen nicht militärisch nach Raum (wie z.B. der Guerillero), sondern wollen das Denken besetzen.
Ganz passabel finde ich.
Es beantwortet aber leider und überraschenderweise (oder doch nicht?) deine Frage nicht, denn die Protagonisten sind austauschbar.
Also wer?
Es hängt davon ab wer wen unterstützt.
Früher waren die Taliban keine Terroristen, denn die Amis haben sie gegen die Kommunisten von Sowjetunions Gnaden unterstützt. Heute schon, denn die Kommunisten sind weg und die Talibans finden scheinbar die Amis irgendwie doof. Das geht ja nicht.
Wie sagte Bush: “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.” Da sind wir dann schon ganz nah bei denen, die Terroristen sind, ja sein müssen.
Interesanter ist bei denen, die außerhalb des Fokus der USA sind, rohstofflos und regonal agierend. Siehe ETA, IRA, RAF.
Die sind Terroristen, weil….ähm…gegen den Staat.
Die Mittel unterscheiden sich marginal von denen einer Armee….
genotoxic Said,
31. May, 2006 @ 19:30
Die meisten Terroristen waren im eigentlichem Sinne für einen Staat, für den eigenen. Das ist vielleicht der Unterschied, Terroristen sind diejenigen die gegen etwas, gegen den Staat kämpfen.
Der politische Aktivist kämpft für eine Sache, wie z.B. der Unabhängigkeit des Freistaates Bayerns.
Da müsste irgendwo die Abgrenzung sein.