Krebsvorsorgepflicht

wohldosiert erreichen uns Informationen über Details der Gesundheitsreform, momentan ist die Diskussion bei den Krebskranken, die im Gesetzentwurf als Beispiel genannt werden.

sueddeutsche.de gestern mit einem lesenswerten Artikel über die Krebs-Vorsorge im Allgemeinen und heute mit einem Kommentar.

ehrlicherweise muss man sagen, dass es sich hierbei um die Zuzahlungen zu Therapien dreht, 2% des Einkommens oder bei chronisch Kranken (somit auch Krebskranke) 1%. Wenn man nicht an der regelmässigen Krebsvorsorge teilnimmt, dann muss man mehr zuzahlen.
noch ehrlicher muss man sagen, diese Kosten sind gedeckelt, es kann (noch) nicht passieren, dass der Patient an den kostenintensiven Massnahmen wie eine stationäre Chemotherapie oder einer Transplantation beteiligt wird.

(- hier sind die Krankenkassen weiter: mehr als zwei kostenintensivste Massnahmen werden nicht mehr genehmigt, wobei nicht klar ist, wo Prioritäten gesetzt werden, ob bei der 3.Lebertransplantation oder 12.Chemotherapie, dem Beobachter scheint es willkürlich! -)

bei einem schwer Krebskranken ist diese Massnahme nicht relevant, der soziale Abstieg geht so schnell, dass im Zweifelsfall das Sozialamt für diese Zahlung aufkommt.
Ein Krebskranker sollte sich von seinen weltlichen Gütern trennen, sie an Vertraute, Frau oder Famile übertragen. Er braucht nachher noch jeden Pfennig (Cent), um sich z.B. Pflegeprodukte, besondere Ernährung oder Medikamente zu kaufen, diese zahlt ihm nämlich keiner.

was mich stört, ist die Profilsucht der Medien und der Einzelpersonen, die gegen die Gesundheitsreform wettern, es geht gegen die Reform, es geht nicht um den Krebskranken oder Chronisch Kranken.
Bei jeder Reform wird die Situation verschlechtert, Kranke mit geringem Einkommen werden definitiv schlechter versorgt. Studien über eine höhere Sterblichkeit von diesen Kranken werden nicht diskutiert.

In anderen europäischen Ländern gibt es von jeher eine Basisversorgung für Chronisch Kranke mit Dingen, die hierzulande nicht von der Krankenkasse erstattet werden, wie z.B. Vitamine oder Pflegeprodukte.
Dieser Gedanke existiert nicht in D. Es wäre ein Unding, wenn irgendetwas nicht durch die Mühlen von Krankenkassen, Ärzteverbänden und Apotheken laufen würde.

Warum wird nicht vor jeder weiteren einschneidenden Reform zuerst einmal eine Basisversorgung für die Betroffenen geschaffen?

genotoxic

3 Kommentare »

  1. Le MAquIS Said,

    19. October, 2006 @ 11:17

    man fragt sich, worum es bei dieser Reform geht. Ich konnte es noch nicht erkennen.Geldsparen, Geldumverteilung???
    Die Basisversorgung wird immer mehr reduziert, die Politik hat den Bürger wiederentdeckt: in der Übernahme von Eigentleistungen…
    Diese Reformerei ist ein ewiges Gewurschtel. Die Privatversicherheiten möglichst nicht behelligen, die Kassenversicherten bieten sich als große Schröpfmasse an. Die Praxisgebühr ist eigentlich das Beste Zeichen des Rumreformens..Wer nicht zum Doc geht, zahlt weniger. Wer kein Geld hat, brauch nicht zum Arzt….

  2. genotoxic Said,

    19. October, 2006 @ 13:04

    im Gesundheitssystem gibt es zwei grosse Widersprüche in sich:
    1. die Selbstverwaltung der Gesetzlichen Krankenkassen
    2. die Privatkassen

    zu 1.: die Gesetzlichen Krankenkassen werden ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht, sie werden nicht selbstverwaltet, sie werden schlechtverwaltet.
    dazu befasse man sich mit der G.-Reform von 2003, wo die Einsparungen nicht mal annähernd die Schulden deckte.
    zu 2.: Krankenversicherungen für Besserverdienende haben keinen Platz in einer Solidargemeinschaft.
    Eigene Kasse, eigenes Geld, eigene Versicherung. An der Zeit der Kindheit, der Ausbildung eines Versicherten ist die Privatkasse nicht beteiligt, sie schöpft ab, am Besten jung und gutverdienend.

    ich bin überzeugt, erst die Basisversorgung, dann Zusatzversicherungen.
    dabei denke ich sogar daran, dass insgesamt das Niveau der Basisversorgung absinkt, weil wir noch 20 weitere Jahren mit dem maroden System herumdoktern.

  3. Le MAquIS Said,

    20. October, 2006 @ 16:30

    genau, die Basisversorgung wird noch weiter bröckeln, die Gewinne der Pharmaindustrie werden weiter steigen, die Krankenkassen werden weiter nicht mit Geld umgehen können / wollen und die Lobbyisten werden weiterhin das Sagen haben…

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